Über mich
Kalligrafin und Schriftvermittlerin

Geschrieben von Christian Hettinger
Eva Maria Kunzenmann
Es gibt Menschen, in denen wohnt eine Unruhe, die nie zum Stillstand kommen mag. Bei Eva begann sie früh – im Gasthaus der Eltern, wo Stillsitzen keine Option war. Alles war in Bewegung: Gäste, Gespräche, Hände, die nie aufhörten zu arbeiten. Und mittendrin ein Mädchen, das staunte, wenn die Mutter mit sicherer Hand Worte auf Schilder pinselte. Als wäre Schrift nicht nur Information, sondern etwas Lebendiges.
Diese Unruhe hat sie nicht abgelegt. Sie hat sie verwandelt.
Über dreißig Jahre führt ihr Weg nun durch die Welt der Buchstaben. Von der Werbegrafikerin zur Urkundenschreiberin, von der Werkstatt in Innsbruck zum eigenen Kalligrafieraum in der Haller Altstadt. Viele Auftragsarbeiten für besondere Menschen und Momente kreiert sie hier unter altem Gewölbe. Beseelt mit großem Dank für das immense Vertrauen und den Herzlichkeiten, welche oft den Weg wieder zurück zu ihr finden. So etwa, wenn Blumengrüße vor dem Kalligrafieraum stehen oder Kunden sie mit süßen Haller Feinheiten überraschen.
Nun darf hier, im Kalligrafieraum etwas Neues entsteht. Nicht weil sie rastlos wäre, sondern weil in ihr ein Motor läuft, der immer weiterfragen will: „Was kann aus diesem Strich noch werden?“ „Was verbirgt sich hinter dieser Form?“
Sie ist Entdeckerin geblieben.
Wer Eva bei der Arbeit beobachtet, sieht eine Perfektionistin, die jeden Strich achtet. Aber wer ihr zuhört, erfährt etwas anderes: dass ein Zauber im Unperfekten liegt. Dass die natürlichen Linien – ob von der Natur gezeichnet oder von Menschenhand – kreativer Ausdruck sind und Emotionen erzeugen. Dass Mensch und Natur nicht Gegensätze sind, sondern miteinander verbunden, ebenbürtig sind.
In ihrer Kunst verschmelzen Schrift und Flora. Sie schöpft aus der Natur nicht nur Material, sondern Kraft, Inspirationen, Ideen. Die Symbiose, die in ihren Arbeiten sichtbar wird, ist keine Technik. Sie ist Haltung.
Dieser Haltung möchte sie künftig noch mehr Raum geben. Ihren Fokus auf das Setzen, was ihr am Herz liegt: ihre eigenen Ideen, ihre eigenen Projekte, ihre eigene Kunst. Den Moment einfangen und ihn in einer lebendigen Arbeit zu bewahren.

Natürliche Linien – miteinander vernetzt

_____________________________________________
Ich durfte lernen…
bei internationalen Kalligrafie – und Schriftkünstler/innen wie Gottfried Pott, Andreas d’Orfey, Gabriela Hess, Yves Leterme, Elena Pellicoro, Peter Unbehauen, Gisella Biondani, Georgia Angelopoulos, Joke Boudens, Anja Lehtinen, Laurent Rebena.